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Stand: 16.08.2018 21:32
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Naturwissenschaftlicher Verein Osnabrück:

Auf der Suche nach den Mars-Monden

oder: Wenn der Vater mit dem Sohne

(Bericht von Andreas und Thomas Hänel, 7. August 2018)

Angeregt durch eine Diskussion mit Sternfreundin Marion, wollte ich doch mal versuchen, ob wir die Marsmonde Phobos und Deimos mit dem Teleskop an der Sternwarte aufnehmen können – es sollte eigentlich leicht möglich sein.
Da sich unser Plan, in die Schweiz zu fahren, zerschlagen hatte, konnten mein Sohn Thomas und ich uns am 2. August zur Sternwarte aufmachen. Er wollte mit seiner Montierung, dem Maksutov-Teleskop (127 mm/1900 mm) und einer monochromen Guiding- und Planetenkamera (Touptek GCMOS01200KMB) die Planeten aufnehmen, während ich versuchen wollte, die Planeten mit einer Canon 700D im Cassegrainfokus unseres 60 cm Fernrohrs (Brennweite 7400 mm) aufzunehmen. Bedingt durch die niedrige Stellung der Planeten und die stark aufgeheizte Kuppel, war das Seeing, die Luftunruhe, in der Nacht nicht sehr gut. Deswegen dürfte ein Qualitätsvergleich der beiden Fernrohre nicht viel Sinn machen.

Anfangs stand Jupiter auf dem Programm, es sollten die Schatten von Europa und Io über die Jupiterwolken wandern. An beiden Teleskopen wurden mit den Kameras Videos aufgenommen, die dann mit dem Programm AutoStakkert (link: https://www.autostakkert.com/) ausgewertet wurden. Dabei werden die besten Einzelaufnahmen ermittelt und dann überlagert. Der Schatten von Io ist gut zu erkennen, während der von Europa schon zu nah am Planetenrand stand. Bei der Animation störte einmal Staub auf dem Chip und am Ende stand Jupiter doch zu nah am Horizont.
In den Fotos sind die monochromen Bilder jeweils mit dem kleinen Teleskop und die Farbbilder vom großen Teleskop aufgenommen.
Jupiter, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel

 Jupiter, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel

 Die beiden Monde einzeln konnte Thomas schon am 8.4. und 6.6. aufnehmen:


Jupiter, 8.4.2018, Aufnahme: Thomas HänelJupiter, 6.6.2018, Aufnahme: Thomas Hänel
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Das gleiche Verfahren wurde dann auch auf Saturn und Mars angewendet.
Saturn, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel

Saturn, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  
Mars, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel

Mars, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Saturn wurde am großen Fernrohr bis zu 10 s belichtet, um zu sehen, welche Monde nachweisbar sind. Tethy, Enceladus, Dione, Rhea (Helligkeit 12.4 mag), Titan und Iapetus sind leicht zu erkennen, aber Hyperion mit einer Helligkeit von 15 mag ist auch gerade noch nachweisbar, während Mimas im hellen Glanz Saturns untergeht.
Saturn, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel


Saturn stand ganz in der Nähe des Lagunennebels M8, so dass ich das Fernrohr noch dorthin schwenkte und das Zentralgebiet um den Uhrenglas-Nebel aufnahm.
Uhrenglasnebel, 2.8.2018, Aufnahme: Thomas/Andreas Hänel

Die kleinen Marsmonde sollten also mit Helligkeiten bei Phobos von 11.1 mag und Deimos von 12.1 mag gut nachzuweisen sein. Allein: sie stehen sehr nah am hellen Mars und dürften von ihm überstahlt werden. Da Deimos weiter entfernt ist, sollte er leichter nachzuweisen sein und tatsächlich befand er sich genau im Beugungskreuz des Planeten. Phobos viel näher am Planeten verschwand im Beugungskreuz und ist nur auf einigen Bildern zu erkennen, wenn man die Helligkeitsgrenzen geschickt wählt (unteres Bild). Die Belichtungszeit betrug 6 s.
Mars , 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel
Mars, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel

 

Erst wenn man den Rotations-Radial Shift-Algorithmus (Larson & Sekanina, 1984) anwendet, kann man beide Monde einigermaßen gut sichtbar machen.
Mars, 2.8.2018, Aufnahme: Andreas/Thomas Hänel